Offener Brief gegen Zensur an Schr�der, Stoiber & Co.

Sehr geehrter Herr Stoiber, sehr geehrter Herr Schr�der,

nach den letzten Schreckensmeldungen aus Erfurt ist ihr Engagement in dieser Sache wirklich lobenswert. Weniger erquickend empfinden wir allerdings die Richtung, in der Sie diese offene Diskussion zur Ursachenbek�mpfung f�hren.

Sicherlich ist es ein einfacher Schritt, die Medien zur Verantwortung ziehen zu wollen. Jedoch ein wenig zu einfach. Die menschliche Psyche und das subjektive Empfinden des jeweiligen Mediennutzers gestalten sich um einiges komplexer, als dass es der blo�en Stimulanz durch einschl�gige Gewaltdarstellungen bed�rfte, um zu solch grauenvollen Taten angeregt werden.

Wir finden es erschreckend, dass die aktuelle Diskussion auf derart argumentativ ausgetretenen Trampelpfaden gef�hrt wird und sich ledeglich auf rudiment�re Details beschr�nkt. Sinnvoller w�re es jedoch, anstelle hastig formulierter Verbotsforderungen �ber eine p�dagogisch fundierte Medienerziehung in den Schulen nachzudenken. Es kann nicht angehen, dass trotz der fortschreitenden Medialisierung im Kinder- und Jugendbereich in keine Unterrichtsform, welche den Kindern einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Medien aufzeigt, in die Diskussion mit einbezogen wird. Statt blinder Reglemetierung sollte hier besser auf Aufkl�rung und bewusste Erziehung gesetzt werden.

Die Erfahrung lehrt uns, dass ein blo�es Verbot zu keiner Zeit den gew�nschten Erfolg erbracht hat. Deutschland hat – im europ�ischen Vergleich – au�erordentlich streng formulierte Jugendschutzbestimmungen. Diese sollten allerdings auch konsequent umgesetzt werden. Unsere Kinder jedoch akribisch von allen medialen Einfl�ssen abzuschotten, d�rfte der falsche Ansatzpunkt sein. Das Thema „Gewalt und seine Darstellung“ sollte in unserer Gesellschaft enttabuisiert, und auch an Schulen in den F�cherkanon eingegliedert werden. Es ist immer sinnvoller Aufkl�rungsarbeit zu betreiben als auf wirkungslose Verbote zu setzen.

Denken Sie vor ihren n�chsten Schritten bitte �ber diese Thesen nach. Mit ihren bisherigen �u�erungen leisten leider auch Sie ihren Beitrag zur Emotionalisierung der Debatte und zur Verunglimpfung verschiedener Medienkonsumenten, die aufgrund ihrer Medialen Vorlieben zunehmend kriminalisiert und gesellschaftlich ge�chtet werden. Ein Trend, ausgel�st durch un�berlegte �u�erungen seitens der Politik und einseitiger Berichterstattung.

Hochachtungsvoll
Verband der Filmfreunde



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