Die SUISA lebt hinterm Mond – und kassiert ab

Ab 1. September werden in der Schweiz für jeden MP3-Player Abgaben an die SUISAWikipedia fällig. Da die Verträge mit der Industrie aus dem Jahr 2004 stammen, sind MP3-Handys (noch) nicht berücksichtigt und für einen 4 GB iPod-Nano mit Flashspeicher wird die gleiche Abgabe fällig, wie für einen 30 GB iPod mit Festplatte – nämlich rund 40,- Franken.

Diese Gebührengleichheit kommt daher, da die Abgaben auf dem Verkaufspreis basieren (Flashspeicher sind teurer als Festplatten) – und nicht auf der einzig logischen Grundlage: der Speichermenge, sprich die Anzahl der speicherbaren Songs…

Kann es sein, dass hier mutwillig ein System geschaffen wurde um „begründbar“ abzukassieren? Anders kann ich mir nicht erklären, dass ein iPod-Nano gleichhohe Abgaben fordert, wie sein grosser Bruder mit der zehnfachen Speicherkapazität.

Verträge von 2004 hin oder her – auf die Idee einer Speicherplatz-basierten Abgabe hätten die Vergüter auch damals schon kommen können. Ist doch logisch, dass ich für ein Gerät mit 1.000 Songs weniger bezahlen muss, als für einen Player mit 20.000 Liedern. Oder nicht?



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6 Kommentare zu “Die SUISA lebt hinterm Mond – und kassiert ab”

  1. rafael

    Gutes Thema, und ich glaube da steckt der Wurm um einiges tiefer drin. Schlussendlich frage ich mich schon mehrere Jahre, wie es möglich ist, dass der Preis für eine CD, seit es diese gibt immer in etwa der selbe geblieben ist. Und insgesamt bleibt für mich das Rätsel bestehen, wer wieviel an einem Tonträger verdient.


  2. Cuno

    Grundsätzlich ist es nichts Neues, zur Wahrung der Urheberrechte Hardware zu besteuern: Auf leeren Kassetten, leeren CDs oder Kopiermaschinen werden aus der selben Überlegung raus Gebühren erhoben.

    Störend ist vielmehr der Umstand, dass mit einer Urheberrechtgebühr auf MP3-Playern vorallem der Ehrliche bestraft wird: Wer seine Musik legal in Online-Shops oder auf CDs kauft wird neu doppelt besteuert. Zumindest müssten Musik-Downloads jetzt gebührenbefreit werden. Oder aber es erübrigt sich die Jagd nach Raubkopierern, die es doch eigentlich gar nicht mehr geben kann.


  3. theFRAGGLE

    Klar gab es die Besteuerung schon immer, daran ist auch grundsätzlich nichts einzuwenden. Selbst eine „Doppelbesteuerung“ könnte man noch halbwegs fair begründen.
    Die Abgabe aber vom Medium selber und nicht der Menge der speicherbaren Songs abhänhig zu machen, ist etwas… doof… 🙂

    Ich könnte mir sogar eine Besteuerung mit 0,0001 Cent pro Anhören eines Songs vorstellen. Wer viel hört, zahlt auch mehr. Alles gerechter als das jetzige Modell, das nun obendrein für die nächsten 25 Monate Bestand hat.


  4. Cuno

    Über die Höhe und Art einer Steuer kann man sich immer streiten. Mit einer Doppelbesteuerung hast Du ja de facto eine fixe und variable Komponente: Wer mehr hört zahlt auch mehr (per Song), unter Beibehalt eines gewissen Grundpreises (per Gerät).

    Aber zweimal für die gleiche Leistung bezahlen ist bereits im Ansatz falsch. Hier liegt der Hase im Pfeffer.


  5. Ray

    Das Thema ist nicht neu, ob und wie da die SUISA operiert, ist eigentlich nebensächlich. Ein Skandal ist eher, wie es dazu kam, wie die SUISA die Beteiligung von Volksvertretungen (allen voran der Stiftung für Konsumentenschutz) im Verfahren verhindert hat, usw. Unser Bundesgericht hat sich zu einem sehr zweifelhaften Entscheid hinreissen lassen. All das kann man nicht einfach so durchgehen lassen und sich über Mega- und Gigabytes streiten – weil um die geht’s nicht (der Kassensturz hat die Argumentationskette vollkommen falsch aufgezogen, meiner Meinung nach). Eine vorgefertigte (und schon oft benutzte) Petition zuhanden der Parteipräsidien, via die SKS findet ihr unter:

    http://haze.ch/?p=128


  6. Meik

    Ob nun SUISA oder GEZ, Verbrecher sind es allemal
    (hoffentlich werde ich nun net von den beiden Partien verklagt wegen schaffen einer nicht Konzern-orientierten Meinung)

    *hüstel*



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