Die neue Herausforderung: swissblogpress

Ein Gastbeitrag von Roman Hanhart anlässlich seiner 500-Tage-Blogtour.
Ich kenne Roman nun doch schon einige Zeit, schätze und respektiere sein Blog und seine Person sehr und gebe ihm sehr gerne die Möglichkeit einen Gastbeitrag zu veröffentlichen. Roman hat sich auch ein aktuelles und passendes Thema ausgewählt (sbp) – und spricht mir aus dem Herzen… 🙂

(Yoda) Wir alle kennen die Leidensgeschichte von swissblogpress, den legendären Artikel, der durch via heute in Umlauf kam und noch mehr Gemüter erhitzte. Elitär ist heute nichts mehr und der abgehobene Anspruch, zu den Besten der Besten gehören zu wollen, gilt nicht mehr. swissblogpress ist heute offen für alle Menschen. Die Institution ist zu einem „gut schweizerischen“ Verein mutiert. Soweit so gut.
Jetzt geht es um das Eingemachte, darum, Fleisch um den Knochen zu bringen. Es gibt ja ein paar Exponenten in unserer schweizerischen Blogosphäre, die die Meinung vertreten, es brauche keinerlei institutionellen Plattformen für uns Blogger. Da bin ich grundsätzlich anderer Meinung und sehe in jenen Plattformen sogar den Grundstein, so sich die gesamte Szene in der Öffentlichkeit emanzipieren kann. Klar, es braucht dazu natürlich die einzelnen Zellen jener Gemeinschaft, die Blogs, welche Content liefern, der tatsächlich Mehrwert bietet und damit brauchbare Inhalte bereitstellt. Ohne jene Blogs ist natürlich alles für die Katze. Und hier darf man sich durchaus die Huhn-Ei-Frage stellen, was es zunächst braucht: Eine Gemeinschaft, welche das Bewusstsein für eine Emanzipation unter den Bloggern fördert oder Blogs, die bereits in der Öffentlichkeit anerkannt sind. Wohl braucht es beides.

Die primäre Aufgabe von swissblogpress sehe ich demnach darin, einen Brücke zwischen unserer Gesellschaft, der Öffentlichkeit und den Bloggern zu zu schlagen. Die Blogger sind ja selbst Mitglieder unserer Gesellschaft und so dürfte der erste Schritt schon dadurch getätigt sein. Aber es braucht mehr. Denn jene bloggenden Menschen, die dem Anspruch nacheifern, Öffentlichkeit zu produzieren, möchten gerne das entsprechende Echo da draussen in der Welt widerhallen hören. Und ganz alleine, als Einzelkämpfer, als Mann oder Frau an der Front, gelingt dies meiner Meinung nach um ein Mehrfaches schwerer als mit der Wucht, Kraft und Fokussierung einer schlagkräftigen Gemeinschaft. Denn jene Plattform dürfte in der Presse auf ein grösseres Interesse stossen, als einzelne Blogger.

Aus meiner Sicht kann swissblogpress nun auf der grünen Wiese beginnen. Die Vergangenheit ist vorbei, es mag noch den einen oder andern Neandertaler geben, dem das noch nicht bewusst ist und versuchen wird, in längst verheilte Wunden zu schlagen. Das ist jedoch sekundär. Primär sehe ich nun in den Aktivitäten von swissblogpress die grosse Herausforderung. Meiner Meinung nach ist das Allerwichtigste nun, aktiv zu werden. Und zwar nach aussen gerichtet. Mitglieder finden sich zur Zeit wohl nur wenige, wenn überhaupt, denn präsentieren kann der Verein noch nicht viel. Deswegen halte ich es für das Primäre, zunächst einen Plan aufzustellen, mit welchen Mitteln und Formen dem Verein ein Gesicht gegeben wird, das da draussen in der Welt wahrgenommen wird.

Das setzt allerdings ein hohes Engagement voraus. Persönliche Ressourcen sind gefragt, Einsatz und der Wille, den Verein vorwärts zu bringen. Ich mag mich gut an die Zeiten erinnern, als ich den Internet Club Zürich mit fünf Freunden führte. Damals investierte ich bis 35 Stunden pro Woche in den Verein; alles im Ehrenamt. Damit wird der Erfolg kommen oder fliehen. Aus der Ferne betrachtet sehe ich keine Persönlichkeiten, die eine so hohe Investition im zeitlichen Rahmen für swissblogpress beisteuern könnten. Entweder dauert der Aufbau entsprechend länger, oder der Vorsatz versandet. Das wäre sehr schade. Allerdings kann ich mich auch täuschen, und der Verein lässt sich mit weniger Aufwand auf Vordermann bringen. Grundsätzlich aber meine ich, dass der Zeitbedarf für Vereinsarbeiten immer unterschätzt wird.

Vor einigen Monaten habe ich mich aus swissblogpress zurückgezogen. Mit Spannung beobachte ich nun, was daraus wird. Im Moment will ich mich nicht gross einmischen oder gar Verantwortung übernehmen. Meine Kapazitäten im Bereich Bloggen sind erschöpft, meine Familie ist auch noch da und zwischendurch darf ich noch ein wenig bei meinem Arbeitgeber werken. Deswegen bleibt mir im Moment nicht viel mehr, als zu beobachten, ab und zu mal einen Bemerkung zu machen.


Tags: , ,


Ähnliche Beiträge im Archiv:



2 Kommentare zu “Die neue Herausforderung: swissblogpress”

  1. Auf 25 Blogs zu Gast » alliance.yoda.ch

    […] swissblogpress durfte ich bei Daniel schreiben. Mittlerweile kenne ich den deutschen Menschen recht gut und ich mag den Kerl. Was allerdings aus […]


  2. Stephan Marti

    … nur keine Hast, Google braucht ja auch 14 Tage, bis dieser Artikel bei mir gemeldet wird … Die Idee von sbp ist gut, aber keiner macht aktiv mit – an der GV waren 2 (zwei) Personen anwesend. Motzen tun viele und später ahmen sie nach. Das ist der Lauf der Zeit und vermutlich öffnet sich jeder Bloger über andere Kanäle als der Kommentar, viel mehr tolle Kanäle … und irgend einmal kommt bei jedem Blogger die Einsicht, dass wir nicht für andere Blogger schreiben … und dann wird es spannend und dann hat swissblogpress eine echte Berechtigung.



Einen Kommentar schreiben


  Multimedia-Sprachkurse:
Ägyptisch Albanisch Amerikanisch Amharisch Arabisch Armenisch Aserbaidschanisch Bosnisch Brasilianisch Bulgarisch Chinesisch Dänisch Deutsch Englisch Estnisch Filipino Finnisch Französisch Georgisch Griechisch Hebräisch Hindi Indonesisch Isländisch Italienisch Japanisch Kantonesisch Kasachisch Katalanisch Kirgisisch Koreanisch Kroatisch Lettisch Libanesisch Litauisch Malaysisch Marokkanisch Mazedonisch Mexikanisch Mongolisch Niederländisch Norwegisch Persisch Polnisch Portugiesisch Punjabi Rumänisch Russisch Schwedisch Serbisch Shanghaichinesisch Slowakisch Slowenisch Spanisch Spanisch (Südamerika) Suaheli Syrisch Thai Tschechisch Türkisch Tunesisch Ukrainisch Ungarisch Usbekisch Vietnamesisch Weißrussisch Wolof