Chronologie eines eBay-Hacks

Am Samstag Abend war ich gerade mit einem Kollegen in der City unterwegs, als mein Handy klingelte und sich eine mir unbekannte Person am anderen Ende meldete und mir weismachen wollte, dass mein eBay-Account gehackt worden wäre…

Er: Guten Tag, hier SoUndSo – Sie haben bei mir ein Laptop ersteigert…
Ich: Was? Ähm. Nee, ich glaube nicht…
Er: Ja, das habe ich mir schon gedacht. Mir ist auch direkt die Versandadresse in Nigeria komisch eingefahren. Kann es sein, dass Ihr eBay-Konto gehackt wurde?
Ich: Was?! Ähm. Ups. Muss ich mal nachschauen. Wäre ja ziemlich doof.
Er: OK, wir bleiben einfach in Kontakt, denn mir sind nun 40,- Euro an Auktionsgebühren angefallen. Und irgendeiner muss die nun bezahlen.
Ich: Klar, machen wir. Klärt sich hoffentlich alles. *schluck


Da wir an besagtem Samstag unterwegs waren und erst spät wieder zuhause eingetroffen sind (und ich dann auch etwas betrunken war), konnte ich erst am Sonntag meinen eBay-Account näher begutachten. Ein kriminelles Arschloch hatte sich tatsächlich Zugang zu meinem Account verschafft und die E-Mail-Adresse geändert. Gottseidank hatte der Volldepp vergessen, auch das Passwort zu ändern und mich so auszusperren.

Auf jeden Fall hatte –ich– 12 Auktionen gewonnen: alles Laptops im Gesamtwert (Verkaufspreise) von 5.500,- Euro, die nun anscheinend alle nach Nigeria verschickt werden sollten.

Die E-Mail-Adresse war schnell zurückgeändert und ein neues Passwort ebenfalls schnell vergeben. Etwas aufwändiger war es schon, alle Verkäufer zu kontaktieren und vom Account-Hack zu informieren. Bis Sonntag Abend hatte ich nach zig Mails und einigen Telefonaten ca. 2/3 der Auktionen rückgängig machen können.

eBay hatte ich ebenfalls über den Hack informiert – und am Montag morgen wurde dann auch reagiert, indem mein Account temporär geschlossen und alle Auktionen storniert wurden.
Nun bin ich noch Beweismaterial am sammeln, damit ich bei der Polizei eine Strafanzeige wegen Identitätsdiebstahl einbringen kann.

Im großen und ganzen ist es ja Gottseidank glimpflich abgelaufen. Ein Dank an den Verkäufer, der mich angerufen hat! Ansonsten hätte ich es nämlich nicht bemerkt und es wären wahrscheinlich noch zig Gebote unter meinem Namen abgegeben worden…

Mir stellt sich nun die Frage, was das bringen sollte? Wer verschickt Waren (egal ob nach Nigeria oder nicht) ohne Geldeingang? Oder wollte man an die Kontodaten der Verkäufer kommen? Oder Schecks verschicken, die nicht gedeckt sind?



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5 Kommentare zu “Chronologie eines eBay-Hacks”

  1. Jan

    wie genau wurde der account den gehackt ?

    benutzt du „1234567“ als passy ?
    trojaner / spyware ?
    usw ?


  2. theFRAGGLE

    Ich habe keine Ahnung… Trojaner und Spyware kommen nicht auf meinen Rechner, Phising-Sites erkenne und meide ich – und mein Passwort war eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen.
    Der Hack ist mir echt schleierhaft!


  3. Dome

    Deutsche und Schweizer 😉 Internetnutzer setzen häufig leicht zu erratende Passwörter ein, die kaum den gängigen Sicherheitsanforderungen entsprechen. Beliebt sind vor allem Vornamen, Kosenamen und einfache Zeichenketten. Hier die Plätze 1-10:

    1. 123456
    2. f*cken
    3. passwort
    4. schatz
    5. baby
    6. sommer
    7. hallo
    8. frankfurt
    9. daniel
    10. nadine.

    Um ein Passwort möglichst sicher zu gestalten, sollte es sowohl aus Groß- als auch Kleinbuchstaben bestehen und zusätzliche Ziffern und Sonderzeichen enthalten. Auch sollte das Passwort mehr als sechs Stellen besitzen und nicht an mehreren Accounts verwendet werden.

    Ist ein alter Blog von mir, du hast nicht zufällig PW 9 ??? 😉


  4. theFRAGGLE

    Klugscheisser… *g


  5. -meik.betz- » Adjeu eBay!

    […] Zusätzlich zu diesem gab es dann doch noch beim Fraggle zu lesen das sein eBay Account “gehackt” wurde und mit seinen Daten Notebooks gekauft und anschließend nach Nigerea verschickt werden sollten. Da ich meinen Account bei eBay nun seit Ewigkeiten nicht mehr benutzt habe und ihn entsprechend selten bis gar nicht kontrolliere würde mir sowas auch nie auffallen. Aus diesem Grund und den bereits oben genannten habe ich mich dann dazu entschlossen eBay den Rücken zu kehren – nicht weil ich denke das eBay keine tolle Sache wäre sondern vielmehr weil es für mich einfach kei Use-Case ist und ich nicht möchte das ein Unternehmen meine Kontodaten hat mit dem ich eigentlich nichts mehr zu habe. […]



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