Air Berlin: Lidl der Lüfte
Als regelmässiger Fluggast mag ich Air Berlin. Alle bisherigen Reisen waren komfortabel und zuverlässig, das Personal freundlich und Verspätungen gab es kaum. Obendrein fliegen die nach Düsseldorf (Germanwings beispielsweise nur nach Köln/Bonn) und bieten daher auch einen räumlichen Vorteil.
Für Mitarbeiter dürfte dies etwas anders aussehen, wenn man die Medien-Berichte der letzten Zeit verfolgt.
So berichtet die taz heute:
Überlange Schichten für Piloten, niedrige Grundgehälter, meist Zeitverträge für das Kabinenpersonal: Das ist die Kehrseite von Air Berlin. Ab heute sollten die Aktien des Billigfliegers an der Börse gehandelt werden. Doch die Frist wurde verlängert – peinlich für die Fluglinie. Nicht erst seit heute liegt das Unternehmen mit den Gewerkschaften im Dauerstreit. Bei Air Berlin gibt es keinen Betriebsrat. Mitbestimmung ist ein Fremdwort. Doch die Piloten beginnen sich zu organisieren. Und für Reisende gibt es Alternativen.
Und weiter:
(…) Die Fluggesellschaft Germanwings hat für ihre 460 Mitarbeiter Tarifverträge abgeschlossen, es gibt eine Personalvertretung. Ebenso verfahren dba und Hapag-Lloyd Express. Bei Easy Jet hat die britische Gewerkschaft auch Tarifverträge vereinbart. Allerdings existiert in Großbritannien kein Betriebsverfassungsgesetz wie in Deutschland.
Bedeutet dies für mich, dass ich Air Berlin nicht mehr nutze? Nein, absolut nicht! Die Sicherheitsbestimmungen in Deutschland sind so streng, dass unterbezahltes und schlecht gelauntes Personal kaum ein Risiko darstellt.
Für mich als Endverbraucher ist nach wie vor der Preis ausschlaggebend. Und der stimmt einfach weiterhin bei denen…
Am 5. Mai 2006 um 11:48 Uhr